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Schon vor etwa 1500 Jahren stieß der Held Siegfried ins Horn bei der Jagd. Sein Horn war wirklich aus Horn. Nur in einer Tonhöhe blasbar- erkannte man am Rhythmus, was das Signal bedeutete. Auf kunstvoll geschnitzten Olifanten - Elefantenstoßzähne - konnte man auch kaum besser blasen. In Frankreich wurde im 17. Jahrhundert bei königlichen Jagden ein Jagdhorn aus Metall eingesetzt. Jägermeister Dampierre kommt der Verdienst zu, am Hofe Ludwig XV das große Jagdhorn bekannt gemacht zu haben. Böhmische und deutsche Fürsten übernahmen dieses Horn für ihre Jagden. Nun konnte man Signale und Fanfaren in verschiedenen Tonhöhen blasen. Der junge August von Sachsen (August der Starke) lernte bei seinen Reisen durch Europa dieses Instrument kennen und brachte es mit in seine Heimat. Barock, eine Zeit höfischer Prachtentfaltung, verlangte natürlich eine entsprechende Uniform in den Landesfarben. Parforcehorn nannte man dieses Instrument, weil es bei der Parforcejagd, einer Hetzjagd zu Pferde auf einen einzelnen Hirsch oder Keiler, geblasen wurde. So eine Jagd konnte - unter großem Aufwand von Reitern, Bläser und Hunden - zwei Tage dauern. Das etwa 4,60m lange Rohr wurde zu einem so großen Kreis gebogen, dass man das Horn über die Schulter hängen konnte und dadurch die Hände für das Pferd frei hatte. Die Bläser informierten mit sogenannten Situationsfanfaren die Jagdgesellschaft vom Verlauf der Jagd. Beispiele sind: "Der Hirsch geht zu Wasser" oder "Der Hirsch gewinnt das Feld". Als vor etwa 200 Jahren in Deutschland Hetzjagden eingestellt wurden, geriet auch das Parforcehorn in Vergessenheit.
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Der preußische Generaljägermeister Fürst Pleß führte in Anlehnung an die Militär-Signalhörner das heute allgemein von Jägern genutzte Fürst-Pleß-Horn ein.Es ist klein und handlich und steht in B-Stimmung. Signale wie "Sau tot" oder "Zum Essen" bis hin zu einer umfangreichen Jagdmusik geben die 5 Naturtonhöhen her. Nach dem 2. Weltkrieg erlebte das Parforcehorn eine unwahrscheinliche Renaissance in Europa. In Frankreich, der Geburtsstätte dieser Tradition, war der Gebrauch des Parforcehornes ungebrochen. Auch die Tauchaer Bläser begeisterten sich für das Parforcehorn. Was ist nun das besondere an diesem Instrument? Auf diesem Horn kann ein guter Bläser weich wie auf einem Waldhorn aber auch scharf wie auf einem Signalhorn blasen. Es hat mit etwa 14 möglichen Naturtönen einen sehr großen Tonumfang. Die spezifische Blastechnik verlangt viel Kraft und viel, viel Übung, da alle Töne nur mit den Lippen und ohne Ventile erzeugt werden müssen. Welche Leistungen Johann Sebastian Bachs Trompeter mit ihren Naturhörnern beim Blasen des Weihnachtsoratoriums vollbracht haben, ist fast unglaublich. Das Ventil an Blechblasinstrumenten war zu Bachs Zeiten ja noch nicht erfunden. Während im Geburtsland dieses Hornes in D-Stimmung geblasen wird, hat sich in Deutschland die Es-Stimmung durchgesetzt. Höhepunkt der Parforcemusik ist zweifellos die Hubertusmesse, die auch von uns mehrfach im Herbst im einigen sächsischen Kirchen geblasen wird.
Inzwischen blasen einige Tausend in Deutschland dieses Instrument. Und auch wir Tauchaer - mit Begeisterung und Erfolg.
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