Zum geschichtlichen Hintergrund des Jagdgottesdienstes

Mit diesem Gottesdienst wird an die alte Tradition der Hubertusmesse angeknüpft.
Diese liturgische Form eines Jagdgottesdienstes entwickelte sich im 19. Jahrhundert in Frankreich im Zusammenhang mit der Parforcejagd. In Deutschland wurde die Hubertusmesse in den alten Bundesländern erst nach 1950 bzw. seit 1965 häufiger Brauch.

In Sachsen und Thüringen feiert man seit 1990 diese jagdlichen Gottesdienste zu besonderen Anlässen und am Hubertustag.

Am 3. November ist ist der Tag des Hubertus. Er war Missionar der Ardennen und um 709 Bischof von Lüttich und Maastrecht. Später ernannte man ihn zum Schutzpatron der Jäger und Schützen. Diesem Bischof, von dem bekannt ist, dass er Menschen, die an Tollwut erkrankten, Heilung verschaffte, wird ab dem 15. Jahrhundert die sogenannte Hirschlegende zugeschrieben.

Der eigentliche Held der Legende aber war der 500 Jahre früher lebende Placidus, römischer Feldherr unter Kaiser Trajan, ein leidenschaftlicher und stürmischer Jäger. Ihm begegnete auf der Jagd ein Hirsch mit einem strahlenden Kreuz im Geweih. Der Hirsch sprach die Stimme des Herrn, mahnte zur Abkehr von der hemmunglosen Jagd und rief zur Umkehr und zum christlichen Glauben. Placidus tief bewegt, ließ sich taufen und nahm den Namen Eustachius an.

Er erlitt später mit seiner Familie wegen des christlichen Glaubens das Märtyrium und wurde in der Folge zum Heiligen.

Der Hubertusgottesdienst und diese alte Legende kann für uns Anlaß sein, über die Verantwortung des Menschen für die Schöpfung neu nachzudenken.

 
Quelle: Faltblatt zur Hubertusmesse in Großschirma 2001 hier gehts zum Menü